US Wirtschaft – Momentan eine andere Story

Stefan Leu

Stefan Leu
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US Wirtschaft – Momentan eine andere Story

In Europa beschäftigt uns momentan nur ein Thema, nämlich „Brexit“. Am 23. Juni 2016 hat sich die Mehrheit der Briten entschlossen, sich aus der Europäischen Union zu verabschieden. Die Berichterstattung in den europäischen Medien läuft momentan auf Hochtouren und Schuldige werden gesucht. An den Finanzmärkten breitete sich kurzfristig Panik aus. Die Erwartungen für das Wachstum der europäischen Wirtschaft werden von den Oekonomen nach unten korrigiert. Von Pessimisten wird sogar ein Zerfall der EU befürchtet. Kurzum: Nach der Immobilienkrise im Jahr 2007 und der Eurokrise ab dem Jahr 2010, angeführt von Griechenland, hat Europa nun ein weiterer Tiefschlag zu verkraften.

 

Auf der anderen Seite des Atlantik nimmt man von den Wirren in Europa Notiz; aber in Panik gerät dort momentan niemand. Wieso auch!? Dir Wirtschaft hat sich seit der Immobilienkrise vor rund 10 Jahren gut erholt. Als Beispiel möchte ich das Bruttoinlandprodukt (BIP) beiziehen. Im Jahr 2014 wuchs die Wirtschaft um satte 2.4 %, im Jahr 2015 ebenfalls um dieselbe Zahl. Europas Wirtschaft hingegen hinkte. 2014 wuchs sie um lediglich 0.90 % und im 2015 immerhin um 1.60 %.

 

Auch dieses Jahr läuft die US-Wirtschaft etwas besser als erwartet. Das BIP wuchs von Januar bis März auf das Jahr gerechnet um 1.10 %. Prognosen rechneten lediglich mit 0.80 %, doch positive Daten aus dem Detailhandel und dem Immobiliensektor trugen zum besseren Ergebnis bei. Detailhandel und Immobiliensektor sind der Spiegel des Kaufverhaltens der Bürger einer Wirtschaft. Die US-Bürger befinden sich also in guter Konsumlaune und der Konsum der US-Bürger ist ein wichtiger Eckpfeiler der dortigen Wirtschaft; trägt sie doch rund 1/3 zum BIP bei.

 

Ein weiteres Spiegelbild einer Wirtschaft ist das Verhalten der Notenbanken. Die US-Notenbank denkt seit rund einem Jahr über eine Erhöhung des Leitzinses nach. Die US-Wirtschaft kann es sich somit leisten, dass der US-Dollar gegenüber anderen Währungen an Wert gewinnt. Anders bei der EU-Zentralbank, diese flutet die Märkte mit ihrem Programm „Quantitative Easing“ weiterhin mit billigem Geld. An eine Zinserhöhung in Europa ist meiner Meinung nach in den kommenden 3 Jahren nicht zu denken – vor allem nicht nach „Brexit“.