Wirtschaftsgrafiken

01-Juli

Nach der rund sieben Jahre andauernden Nullzinspolitik in den USA hat die Fed am 16. Dezember 2015 die Leitzinsen um 25 Basispunkte erhöht (neues Zielband für die Federal Funds Rate: 0.25 – 0.5%). Der damit eingeläutete Zinserhöhungszyklus dürfte allerdings aufgrund des fragilen makroökonomischen Umfelds im historischen Vergleich langsam und graduell erfolgen. Diesseits des Atlantiks kündigte die EZB derweil an, das QE-Programm bis ins Frühjahr 2017 zu verlängern. In der Eurozone ist eine geldpolitische Normalisierung damit immer noch in weiter Ferne – die Markterwartungen für den Leitzins gehen in den nächsten zwei Jahren von unverändert tiefen Zinsen aus. Auch in der Schweiz dürften die Zinsen noch sehr lange tief bleiben – mit der Einführung von Negativzinsen sowie der Aufhebung der EUR/CHF-Kursuntergrenze durch die SNB hat sich die Situation hierzulande nochmals verschärft. Die zunehmend divergierende Geldpolitik prägt insbesondere die Währungs- und Anleihenmärkte. So tendierte der EUR/USD-Kurs angesichts einer zunehmenden Zinsdifferenz USD-EUR in den vergangenen Monaten nach unten. Im festverzinslichen Bereich sind die Anleger in Euro und Schweizer Franken mit sehr tiefen bis negativen Renditen konfrontiert. Hier gilt es Alternativen zu finden – sei es in anderen Währungen oder in anderen Anlageklassen.

02-Juli

Vor gut drei Jahren stand die Eurozone nahe am Abgrund. Erst mit den magischen Worten „whatever it takes“ vermochte EZB-Chef Mario Draghi im Sommer 2012 die hochkritische Lage zu entschärfen. Diese Beteuerung, den Euro unter allen Umständen zu retten, liess die Refinanzierungskosten von notleidenden Ländern wie Italien oder Spanien purzeln. Eine nachhaltige Besserung liegt aber noch in weiter Ferne. Mit ihrer Tiefstzinspolitik verschafft die EZB den Problemländern lediglich Zeit, um in einer abgeschirmten „künstlichen Welt“ bitter nötige Strukturreformen durchzuführen. Bleiben solche Reformen aus, könnte das Vertrauen der Anleger in die Eurostaaten schwinden und zu höheren Refinanzierungskosten führen. Bei einem Zinsanstieg um einen Prozentpunkt würde Italiens Haushaltsdefizit (in Prozent des BIP) um 1.3 Prozentpunkte zunehmen. Allgemein gilt: Je höher die Staatsverschuldung – im Falle von Italien beträgt diese rund 130 Prozent –, umso härter wird ein Staat durch einen Zinsanstieg getroffen. Vor diesem Hintergrund scheint klar: Es braucht Reformen. Diejenigen Länder, die ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Strukturen nachhaltig reformieren, dürften langfristig auf der Gewinnerseite stehen und damit auch für den Anleger am attraktivsten sein.

03-Juli

Nachdem das globale Wirtschaftsgeschehen über Jahrzehnte hinweg von den westlichen Industrieländern dominiert wurde, sind die Schwellenländer heute der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Aufgrund vergleichsweise tiefer Pro-Kopf-Einkommen bergen Schwellenländer naturgemäss ein höheres volkswirtschaftliches Wachstumspotential als Industrieländer. Gleichzeitig verfügen sie über sehr grosse Ressourcen, sei es in Form von immensen Bevölkerungszahlen, riesigen Flächen oder umfangreichen Rohstoffvorkommen. Insbesondere diejenigen Schwellenländer, die die Voraussetzungen schaffen, um dieses Potential zu nutzen, dürften stark wachsen. Besonders eindrücklich spiegelt sich die wirtschaftliche Gewichtsverschiebung von den Industrie- in die Schwellenländer im Aufstieg einer breiten, konsumfreudigen Bevölkerungsschicht in Asien wider. Gemäss Studien der OECD dürften im Jahr 2030 bereits zwei von drei Menschen der weltweiten Mittelklasse im asiatisch-pazifischen Raum leben. Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg von rund zwei Milliarden Menschen in China, Indien, Indonesien und den anderen Schwellenländern der Region wird auch deren Kaufkraft rasant zunehmen. Die Profiteure dieser Entwicklung sind unter anderem westliche Unternehmen mit einem hohen Umsatzanteil in aufstrebenden Schwellenländern. Entsprechend können Privatanleger mittels spezifischer Aktienengagements an den steigenden Umsatz- und Gewinnbeiträgen der hiesigen Unternehmen in diesen Ländern partizipieren.

04-Juli

Die lockere Geldpolitik der US-Notenbank sowie die zunehmende Verschuldung in den Industrieländern waren die Hauptgründe für die globale Finanz- und Wirtschaftskrise. Doch dies scheinen Politiker und Zentralbanker vergessen zu „wollen“. Zwar haben Haushalte und Nicht-Finanzunternehmen in den USA und in Europa ihre Schulden seit Ausbruch der Krise teilweise abbauen können. Betrachtet man jedoch die Verschuldung auf globaler Ebene, macht sich schnell Ernüchterung breit: Seit dem Jahr 2007 nahmen die Schuldenstände im öffentlichen sowie auch im Privatsektor insbesondere in den Industrieländern erheblich zu. Hintergrund für den erneuten Schuldenanstieg ist die ultraexpansive Geldpolitik der Zentralbanken. Offizielles Ziel ist es, Kredittätigkeit und Investitionen anzuregen sowie den Staaten Zeit zu verschaffen, um ihre Probleme zu lösen. Statt Raum für eine Entschuldung zu bieten, wird damit aber de facto ein „Releveraging“ ausgelöst: Auf hohe Schulden folgen noch viel höhere Schulden – dies trifft insbesondere auf den Staatsbereich zu. Nicht zuletzt hat die steigende Verschuldung auch Auswirkungen für die strategische Vermögensallokation. So sollten Länder oder Regionen mit einer sehr hohen Verschuldung, wie beispielsweise Japan, strategisch eher untergewichtet werden. Im festverzinslichen Bereich sollten bei der Auswahl der Schuldnerkategorien (Staaten versus Unternehmen) neben der Kreditqualität insbesondere auch die Entwicklung der Verschuldung berücksichtigt werden. Vor dem Hintergrund einer weiter steigenden Verschuldung gilt es das Risikomanagement im Portfolio genau im Auge zu behalten, dies insbesondere im Hinblick auf eine mögliche erneute globale Schuldenkrise. Für letzteres Szenario können sich Investoren hingegen wappnen, indem sie den Grundsatz der Diversifikation in ihrer Anlagestrategie konsequent einhalten – und zwar über alle Anlageklassen hinweg.

05-Juli

Trotz Geldschwemme und fiskalpolitischer Stimuli gelingt die Rückkehr auf den Wachstumspfad in den Industrieländern auch Jahre nach dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise nur langsam. Doch auch im Wachstumstief gibt es Lichtblicke. So bringt das Fortschrittsstreben der Menschen – ablesbar an der stetig zunehmenden Zahl von Patentanmeldungen – immer neue Innovationen hervor und setzt die Basis für zukünftiges Wachstum. Grosse Fortschritte und Effizienzgewinne sind gegenwärtig beispielsweise in den Bereichen Automatisierung, Big Data und Künstliche Intelligenz zu beobachten. Diese Megatrends bieten auch etablierten Unternehmen weiteres Wachstumspotential und eröffnen dem Anleger Gewinnchancen.

06-Juli

Infolge substantieller Kursgewinne an den globalen Aktienmärkten befinden sich deren Bewertungsniveaus grösstenteils wieder oberhalb ihrer historischen Durchschnittswerte. Indes haben sich die langfristigen Zinsen nicht zuletzt aufgrund der Zinserhöhung der Fed am 16. Dezember 2015 von ihren absoluten Tiefstständen gelöst. Trotz der sich abzeichnenden Normalisierungstendenz im Zinsbereich bleibt die Geldpolitik der grossen Notenbanken vorerst sehr expansiv. Dies dürfte die relative Attraktivität verschiedener Anlageklassen weiterhin entscheidend beeinflussen – sowohl Investment Grade-Obligationen als auch der spekulativere festverzinsliche Bereich bleiben vergleichsweise teuer.

07-Juli

Profiteur eines schwächeren Dollars ist der Goldpreis: Innerhalb von nur acht Wochen hat dieser von USD 1’050 auf in der Spitze USD 1’260/Unze zugelegt. Dabei wurde das Edelmetall nicht nur von der Perspektive auf längerfristig tiefe Zinsen gestützt. Zuletzt nahm die Goldnachfrage sowohl der Schmuckindustrie in Asien als auch der Rohstofffonds zu. Zudem steigerten die Notenbanken ihre Goldkäufe im vierten Quartal 2015 um 25 Prozent. Und nicht zuletzt profitierte der Goldpreis von der gestiegenen Risikoaversion und der erhöhten Volatilität an den Finanzmärkten. Damit wurde Gold einmal mehr seiner Rolle als diversifizierender Baustein im Anlegerportfolio gerecht und sollte weiterhin seinen Platz in einer langfristig orientierten Asset-Allocation finden.

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