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Geldwissen macht Kinder stark fürs Leben

Geldwissen macht Kinder stark fürs Leben

12.12.2025
Stefan Oeschger
Laura und David Meier stehen vor der Herausforderung ihren Kindern Noah (11) und Mia (15) den Umgang mit Geld zu vermitteln. Während Noah gerade erst anfängt, eigene Wünsche zu entwickeln, möchte Mia bereits ein neues Handy selbst finanzieren. Wie können die Eltern beiden gerecht werden?

«Wir möchten, dass unsere Kinder später nicht in die Schuldenfalle tappen», erklärt Laura Meier. Studien bestätigen: Kinder, die früh den Umgang mit Geld lernen, haben als Erwachsene weniger Schulden und bauen erfolgreicher Vermögen auf.

Um ihren Kindern den Umgang mit Geld beizubringen, nutzt Familie Meier das Drei-Töpfe-System. Dabei wird das Taschengeld aufgeteilt: ein Teil ist zum Ausgeben gedacht, ein Teil zum mittelfristigen Sparen und ein Teil zum Investieren, respektive für langfristige Ziele. Als Richtwert dienen folgende Prozentwerte: 50 / 25 / 25. So lernen Kinder, nicht alles sofort auszugeben, sondern auch an später zu denken. Noah erhält 40 Franken im Monat, die er wie folgt aufteilt:

  • 20 Franken zum Ausgeben: Für Comics und Süssigkeiten
  • 10 Franken zum Sparen: Für das neue Skateboard
  • 10 Franken zum Investieren: Für ein Jugendsparkonto

Mia erhält monatlich 80 Franken zur freien Verfügung. Damit muss sie auch ihre mittelfristigen Sparziele budgetieren. «Am Anfang war das schwierig», erinnert sie sich. «Aber inzwischen plane ich viel besser.» Ihr erstes Investment tätigte Mia zu ihrem 15. Geburtstag: Die Eltern schenkten ihr 500 Franken jedoch mit einer Bedingung: Sie musste das Geld investieren. Mia wählte einen Fonds-Sparplan: «Nun sehe ich, wie mein Geld arbeitet.»

Doch auch Familie Meier steht vor Herausforderungen. Einerseits der Gruppendruck, wenn Freunde teure Markenkleidung tragen, wird es für die Kinder schwierig. «Wir sprechen dann über Werte und Prioritäten», sagt Laura. Andererseits locken digitale Versuchungen wie App-Käufe oder Online-Shopping. «Wir haben klare Regeln und überprüfen regelmässig», ergänzt David. 

Diese Richtwerte sind Empfehlungen und sollen Eltern beim Festlegen des Sackgelds unterstützen. Für gebundene Ausgaben (z. B. Kleider, Schuhe, Coiffeur, Mobil-Telefonkosten) werden ab der Oberstufe zusätzliche Beträge empfohlen. Diese finden Sie auf budgetberatung.ch/sackgeld | Quelle: Dachverband Budgetberatung Schweiz

Nach zwei Jahren sind erste Erfolge sichtbar: Noah plant seine Ausgaben deutlich bewusster. Mia hat bereits 400 Franken gespart und ihr Fonds-Sparplan entwickelt sich positiv. «Am wichtigsten ist, dass wir offen über Geld sprechen und die Kinder keine Berührungsängste haben», freut sich Laura.

Was Familie Meier macht

  • Wöchentliche Gespräche: Jeden Sonntag sprechen Meiers über Geld. Noah erzählt, wofür er Geld ausgegeben hat. Mia berichtet über ihre Budgetplanung.
  • Eigene Projekte fördern: Mia gibt Nachhilfe und verdient 15 Franken pro Stunde. Noah verkauft coole, selbstgemachte Armbänder in der Schule.
  • Digitale Hilfsmittel nutzen: Mia nutzt eine Banking-App, um ihre Ausgaben zu verfolgen.
  • Transparenz bei Familienfinanzen: Meiers sprechen offen über Kosten: «Das Familienauto kostet uns 800 Franken pro Monat. Es ist nicht nur der Kaufpreis.» So verstehen die Kinder echte Lebenshaltungskosten.
  • Die Zinseszins-Lektion: Das beste Beispiel für Mia: «Wenn du heute 100 Franken investierst und jährlich 7 % Rendite erzielst, hast du mit 30 Jahren über 760 Franken, obwohl du nur 100 Franken eingezahlt hast.» Die Familie nutzt Online-Rechner, um verschiedene Szenarien durchzuspielen.
  • Altersgerechte Ziele setzen: Noah spart auf ein Skateboard für 120 Franken. Bei 10 Franken pro Monat dauert es 12 Monate. «Ich male jeden Monat einen Balken aus», erzählt er stolz. Mia hat ein grösseres Ziel: 2'000 Franken für den Führerschein. Mit ihrem Nebenverdienst und Sparbeiträgen will sie es in 18 Monaten schaffen.
Stefan Oeschger
Stefan Oeschger

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